Das europäische Geschichtsfestival brachte im Jubiläumsjahr der Stiftung EVZ Menschen aus 15 Ländern in Berlin zusammen. Am 8. Mai erinnerten die Teilnehmenden tanzend mit dem Liberation Dance auf der Friedrichstraße sowie zeitgleich in Bremen, Hamburg, Köln, Oldenburg und Prag zu den Klängen von „Jeepers Creepers“ in einer Version von Louis Armstrong an die verfolgte Swing- und Jazz-Jugend während der NS-Zeit.
 
Desktopversion
 
DE / EN
Stiftung evz-Logo
Newsletter
 
Eine Person mit Hut. Ausstellung „SYSTEM MODY. THE FASHION SYSTEM“
 
EVZ Histoday 2026: Internationale Perspektiven, tanzende Erinnerung
Das europäische Geschichtsfestival am 7. und 8. Mai brachte im Jubiläumsjahr der Stiftung EVZ Menschen aus 15 Ländern in Berlin zusammen. Unter dem Motto NO TIME TO FORGET diskutierten Multiplikator:innen, Kulturschaffende und junge Engagierte in rund 30 Sessions über Geschichtsrevisionismus, umkämpfte Erinnerungspolitiken und neue Formen historischen Lernens.

Bereits der Auftakt verband Debatte und Kultur auf besondere Weise: Das jüdische Puppentheater Bubales griff mit Humor und Schärfe Fragen deutsch-israelischer Beziehungen auf. Die Keynote von Dr. Ljiljana Radonić zeigte eindrucksvoll, wie autoritäre Regime historische Fakten umdeuten und marginalisierte Opfergruppen in postsozialistischen Gedenkmuseen stereotypisieren oder verdrängen. Workshops zur Verfolgung der Swing-Jugend, zu Antisemitismus in der DDR oder zu inklusiver Gedenkstättenarbeit eröffneten weitere Perspektiven auf unsere Erinnerungskultur.

Seinen Höhepunkt fand der Histoday am 8. Mai, dem Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus: Mit dem Liberation Dance auf der Friedrichstraße sowie zeitgleich in Bremen, Hamburg, Köln, Oldenburg und Prag erinnerten 750 Teilnehmende tanzend zu den Klängen von „Jeepers Creepers“ in einer Version von Louis Armstrong an die verfolgte Swing- und Jazz-Jugend während der NS-Zeit.

Die EVZ Young Voice Luzie Kothera begleitete beide Tage journalistisch. In ihrem Blogbeitrag schildert sie ihre Eindrücke vom Histoday. Für ein Interview traf sie die Initiator:innen des Liberation Dance Natalie Reinsch und Philipp Mangels von Swing Man Tau e. V. und sprach mit ihnen über die Entstehung des Formats und die Bedeutung gemeinschaftlicher Erinnerungsformate.

In der Presse-Rubrik dieser Ausgabe können Sie zwei Artikel zum Histoday und zum Jazz als Akt des Widerstands während der NS-Zeit entdecken!
 
Blogbeitrag und Interview zum Histoday und Liberation Dance lesen   Pfeil
 
 
 

25 Jahre Stiftung EVZ

News aus der Stiftung

Foto des Monats: Gewinner:innen des Fotowettbewerbs

EVZ on Screen: Der Filmpool zum Augen auf-Kinotag

Perlenfinder: Begegnungen mit Zeitzeug:innen

Drei Fragen an... Serhii Korovayny, Fotograf in der Ukraine

Kein Platz für Hass: Neue Rainbow Map von ILGA-Europe 

Presseschau

Termine

 
 
 
JUBILÄUMS-FÖRDERPROGRAMM

Projekte zur Unterstützung von NS-Überlebenden aus der ehemaligen Sowjetunion gestartet

 
Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens startete die Stiftung EVZ das Förderprogramm KEINE ZEIT ZU VERGESSEN. Es richtet sich an Überlebende der NS-Verfolgung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die heute in Deutschland leben. In der ersten Phase werden neun Projekte mit einer Fördersumme von 1,28 Millionen Euro unterstützt. Einer der geförderten Projektträger ist die Jüdische Gemeinde in Dessau mit ihrem Projekt „Brücken der Seele – Ein Projekt zur Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart“. Das Projekt wird über zweieinhalb Jahre knapp 50 Überlebende des Nationalsozialismus aus der ehemaligen Sowjetunion unterstützen. Die Stiftung EVZ besuchte sie bereits vor Ort in Dessau und Wittenberg, wo Kulturveranstaltungen und Vorträge, aber auch Interessengruppen wie ein Kochzirkel oder ein Bastel- und Handarbeitszirkel stattfinden werden.
Auf dem Foto zu sehen ist der 101-jährige Isaak Donda, der ein aus Holz selbstgefertigtes Bild präsentiert.

Mehr erfahren   Pfeil
 
JUBILÄUM

Von den ersten Auszahlungen bis heute: 25 Jahre Stiftung EVZ

 
Knapp ein Jahr nach der Stiftungsgründung im Jahr 2000 wurden am 13. Juni 2001 durch die tschechische Partnerorganisation die ersten Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter:innen geleistet.

In der dritten Folge „In allerletzter Stunde“ des Podcasts Wert & Würde erzählt Darina Sedláčková vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds über die ersten Kampagnen zur Verbreitung von Informationen zur Antragstellung, aufwendige Recherche- und Archivarbeit, Auszahlungsprozesse vor Ort sowie die ersten Schritte der Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen aus Deutschland.

Zwischen 2001 und 2007 hat die Stiftung EVZ Auszahlungen in Höhe von insgesamt 4,4 Milliarden Euro an mehr als 1,66 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter:innen und Rechtsnachfolger:innen in fast 100 Ländern geleistet.

In den letzten 25 Jahren hat die Stiftung zahlreiche internationale Förder- und Bildungsprogramme aufgebaut, in denen sich engagierte Menschen mit der Geschichte von Diskriminierung, Unrecht und Ausgrenzung auseinandersetzen – oft gemeinsam mit Überlebenden.

Mehr über die Veranstaltungen, Inhaltsformate und die Arbeit der Stiftung im Jubiläumsjahr erfahren   Pfeil
 
 
News
NEUE AUSSCHREIBUNG

JUGEND erinnert international – exchanges

 
Die Stiftung EVZ unterstützt mit Förderung des Auswärtigen Amtes internationale Austauschprojekte für junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren aus Deutschland, Europa und Israel. Im Mittelpunkt stehen Begegnungen an historischen Orten der NS-Verfolgung und Vernichtung, die Verständigung, Selbstwirksamkeit und demokratische Handlungskompetenzen stärken.
Gefördert werden bi- und multilaterale Projekte wie Seminare, Summer Schools, Workcamps oder Studienfahrten, die partizipativ, kreativ und lebensweltnah gestaltet sind. Besonders angesprochen werden Young Professionals, Nicht-Akademiker:innen in Ausbildung sowie Angehörige und Nachfahren von NS-Verfolgten. Die Projekte sollen Raum für die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Geschichtsnarrativen und aktueller Erinnerungspolitik in Europa und Israel schaffen und internationale Zusammenarbeit auf Augenhöhe fördern.

Bis zum 5. Juli bewerben   Pfeil
 
VERANSTALTUNG FÜR JUNGE ENGAGIERTE

Last Call für die Civic Action Summer School! 

 
Vom 10. bis 14. August 2026 kommen in Weimar junge zivilgesellschaftlich Engagierte aus ganz Europa zusammen, um sich zu vernetzen, voneinander zu lernen und ihre Projekte weiterzuentwickeln. Die Summer School richtet sich an Menschen zwischen 18 und 35 Jahren, die Demokratie aktiv mitgestalten wollen – gerade in Zeiten zunehmender Shrinking Spaces und einer Infragestellung demokratischer Zivilgesellschaft durch rechtsextremistische Akteure und autokratische Regime in Europa. In praxisnahen Workshops und moderierten Austauschformaten stärken die Teilnehmenden ihre Kompetenzen in Projektdesign, Kommunikation und Umsetzung gesellschaftlichen Engagements. Jetzt Teil eines europäischen Netzwerks für demokratische Teilhabe werden!

Jetzt noch schnell anmelden!   Pfeil
 
MEMO-STUDIEN

Neue MEMO-Impulskarten: Über das Erinnern ins Gespräch kommen

Das MEMO-Impulskartenset „Über das Erinnern“, gefördert von der Stiftung EVZ und entwickelt von ConflictA, knüpft an die Erkenntnisse der MEMO-Studien zur Erinnerungskultur in Deutschland an. Die 50 Fragekarten laden dazu ein, sich offen und niedrigschwellig mit der NS-Vergangenheit, der eigenen Familiengeschichte und aktuellen erinnerungskulturellen Debatten auseinanderzusetzen. Thematisiert werden unter anderem persönliche Zugänge zum Erinnern, historische Kontinuitäten und revisionistische Angriffe auf Geschichte.
Das Kartenset eignet sich für Bildungs- und Lernkontexte ebenso wie für den Austausch im Freundes- oder Familienkreis. Durch autobiografisches Lernen mit Zeitzeug:innen-Perspektiven entstehen neue Denk- und Gesprächsräume.

Ab Mitte Juni 2026 bestellen oder als Druckvorlage herunterladen   Pfeil
 
FILMUNIVERSITÄT BABELSBERG KONRAD WOLF

Berufsbegleitende Weiterbildung und Summer School zu Film und immersiven Medien in der Erinnerungsarbeit

 
Die fundierte Verknüpfung von historischer Facharbeit und moderner Medienproduktion gewinnt in der gesellschaftlichen Erinnerungsarbeit zunehmend an Bedeutung. Das „Memory Media Lab“, gefördert von der Stiftung EVZ, findet von September 2026 bis Juli 2027 an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF statt und bietet erinnerungskulturellen Multiplikator:innen die Möglichkeit, ihre mediale und audiovisuelle Kompetenz professionell zu stärken. Das Programm befähigt dazu, innovative, zeitgemäße Vermittlungsformate zu entwickeln, eigene erzählerische Projekte zu realisieren und ein nachhaltiges berufliches Netzwerk aufzubauen.
Die viertägige Summer School vom 7.-10. September, als Einzelmodul oder Auftakt zum Memory Media Lab, widmet sich den utopischen Potenzialen audiovisueller Erinnerung. Sie dient als Raum für intensiven fachlichen Austausch und internationale Vernetzung.

Bis zum 28. Juni bewerben   Pfeil
 
 
 
#notimetoforget

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner:innen des Fotowettbewerbs der Stiftung EVZ!

 
Unter dem Aufruf #notimetoforget zeigt der Fotowettbewerb der Stiftung EVZ, wie wichtig Erinnerungskultur in Zeiten von Krieg, Desinformation und gesellschaftlicher Polarisierung ist. Die ausgezeichneten Bilder stellen die Verbindung zwischen Erinnerung, Verlust und Widerstandskraft dar:
Sven Ellerbrocks Fotografie „Laurahütte“ (links) zeigt das ehemalige Arbeitslager Laurahütte in Siemianowice Śląskie, Polen – ein Außenlager des Konzentrationslagers Auschwitz, in dem jüdische Häftlinge zur Produktion von Flugabwehrwaffen gezwungen wurden. Yulia Pidholas Bild „War’s Note“ (oben rechts) entstand 2025 im ostukrainischen Andriivka-Klevtsove unter lebensgefährlichen Bedingungen während einer wiederholten russischen Invasion. Die Fotografie „Narben der Besatzung“ von Simone Vona (unten rechts) dokumentiert den Wiederaufbau zerstörter Wohnhäuser im ukrainischen Borodjanka, das 2022 durch russische Luftangriffe schwer beschädigt wurde.
Heute, wichtiger denn je: KEINE ZEIT ZU VERGESSEN.

Mehr erfahren   Pfeil
 
 
 
Filmpool zum augen auf-Kinotag

19 Filme zur Auseinandersetzung mit NS-Geschichte

 
Der Filmpool versammelt von einer Expert:innen-Jury kuratierte Filme, die insbesondere jungen Menschen niedrigschwellige Zugänge zu NS-Geschichte, Holocaust und Erinnerungskultur eröffnen. Neben Synopsen und Trailern enthält der Pool Lernmaterialien und pädagogische Impulse für den Unterricht. Thematische Schwerpunkte liegen unter anderem auf der Verfolgung von Sinti:ze und Rom:nja und auf der kritischen Auseinandersetzung mit Antiziganismus.

Für jüngere Schüler:innen ab Klasse 5 bietet „Das geheime Stockwerk“ von Norbert Lechner einen spielerischen Zugang zur NS-Zeit über eine erzählerische Zeitreise.
Große Kinoerfolge wie „Die Fotografin“ und „The Zone of Interest“ für höhere Klassenstufen eröffnen sehr unterschiedliche filmische Zugänge zur Darstellung des Holocaust – über dokumentarisch geprägte Nähe oder subtile Töne und unsichtbare Gewalt.

Der Augen auf-Kinotag zum 27. Januar, dem Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, wird auch 2027 fortgesetzt. Über die Social-Media- Kanäle der Stiftung EVZ und hier im Newsletter halten wir Sie auf dem Laufenden!

Den Filmpool des Augen auf-Kinotags entdecken   Pfeil
 
 
Perlenfinder
Begegnungsprojekte mit ns-überlebenden

Bewegende Begegnungen mit Zeitzeug:innen rund um den 8. Mai

 
Im April und Mai 2026 fanden erneut durch die Stiftung EVZ geförderte Begegnungsprojekte mit Überlebenden der NS-Verfolgung aus Belarus, Belgien, Deutschland, Israel, Polen und den USA statt. Unter anderem in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm in Hamburg und zum 81. Jahrestag der Befreiung in den KZ-Gedenkstätten Neuengamme, Sachsenhausen und Ravensbrück.
Die Stadt Chemnitz lädt jedes Jahr Anfang Mai die Kinder, Enkel und Urenkel jüdischer Menschen ein, die unter dem Nationalsozialismus aus Chemnitz vertrieben wurden. Tana Sachs, geboren 1938, vermutlich das letzte vor der Schoa in Chemnitz geborene jüdische Kind, und Uri Guttmann, der 1938 mit seiner Mutter aus Chemnitz geflohen ist, waren für Gespräche vor Ort.

Ein besonderes Highlight bildete die von der Stiftung EVZ begleitete dreiwöchige Tour des Buchenwald-Überlebenden Andrei Iwanowitsch Moiseenko, die an zahlreichen Orten in Deutschland Station in Schulen und Kinos gemacht hat. Im Nationaltheater in Weimar feierte er am 1. Mai mit prominenten Gästen und Punk-Musik seinen 100. Geburtstag.

Das Förderprogramm entdecken   Pfeil
 
 
3 Fragen an…

Porträtfoto Siri Hummel
 
Serhii Korovayny, Fotograf der Dritten Orte in der Ukraine
 
Wie beeinflusst der russische Krieg gegen die Ukraine die Menschen, denen Sie begegnet sind – und wie spiegelt sich das in Ihren Fotografien wider?
Der Krieg ist für die Menschen Alltag. Ich erzähle oft diese Geschichte aus Ochtyrka, wo ich sehr viele Aktivitäten in einem Dritten Ort gesehen habe: verschiedene Workshops für Kinder und Erwachsene und so weiter. Ich habe alles fotografiert, aber das wirklich offene Gespräch entstand erst, als alle gegangen waren und etwa zehn Personen übrigblieben, überwiegend ältere Frauen. Ich stellte ihnen eine Frage zum Beginn des russischen Krieges. Obwohl sie nicht besetzt waren und die Kampfhandlungen bei ihnen relativ schnell endeten, begannen die Menschen gleichzeitig zu erzählen: Jemand hatte gesehen, wie ein Schützenpanzer an den Häusern vorbeifuhr, jemand war nachts über ein Feld in den Wald geflohen. Und man merkt, wie sehr ihnen das bis heute weh tut.
Gerade darin liegt, meiner Meinung nach, der Wert dieser Dritten Orte: Hier können die Menschen nicht nur Aktivitäten nachgehen, sondern auch einfach miteinander sprechen. Es ist sehr wichtig, dass sie die Möglichkeit haben, zu kommen und sich auszutauschen, Dinge zu teilen, für die im Alltag kein Raum ist. Genau deshalb ist es ein „Dritter Ort“ – weder Zuhause noch Arbeit. Er funktioniert sehr gut als Ort für Community Building. Es war sehr interessant, ihnen zuzuhören, sie konnten sich einfach aussprechen.

Weiterlesen & Hintergründe entdecken   Pfeil
 
 
3 Fragen an…

Porträt Eric Wrasse
 
Rainbow Map warnt vor Rückschritten bei LGBTIQ-Rechten in Europa
 
Die neue Rainbow Map von ILGA-Europe zeigt, wie stark die Rechte von LGBTIQ-Personen in Europa auseinandergehen. Bewertet wurden 49 Länder anhand von 76 Kriterien – darunter Antidiskriminierung, Schutz vor Hasskriminalität, Familienrechte, Asyl und rechtliche Geschlechtsanerkennung. Spanien führt das Ranking 2026 erstmals an und ist damit das LGBTIQ-freundlichste Land unter den erfassten, gefolgt von Malta (88 %) und Island (86 %). Am unteren Ende stehen Russland und Aserbaidschan mit jeweils 2 % sowie die Türkei mit 5 %.

Die Zahlen zeigen deutliche Lücken beim Schutz queerer Menschen: In sieben Ländern fehlt jeglicher gesetzliche Diskriminierungsschutz, nur zehn Staaten verbieten sogenannte Konversionstherapien. Gleichstellung in der Ehe existiert in 22 Ländern, während 18 Staaten gleichgeschlechtliche Paare rechtlich nicht anerkennen. In mindestens 13 Ländern stehen die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit queerer Communities unter Druck.

Die Daten der Rainbow Map basieren auf der Arbeit von mehr als 250 Aktivist:innen, Jurist:innen und Expert:innen aus ganz Europa und machen Entwicklungen, Rückschritte und politische Angriffe auf LGBTIQ-Rechte transparent nachvollziehbar.

ILGA-Europe unterstützt gemeinsam mit der Stiftung EVZ vier LGBTIQ-Organisationen in der Ukraine. Ziel ist die nachhaltige Stärkung der zivilgesellschaftlichen Präsenz, der öffentlichen Stimme sowie des institutionellen und sozialen Engagements der LGBTIQ-Bewegung in der Ukraine.

Zur Rainbow Map 2026   Pfeil
 
 
Presseschau
ZENTRALRAT DER JUDEN IN DEUTSCHLAND
 
Lagebild der Jüdischen Gemeinden 2026: Dauerhafte Bedrohung drängt jüdisches Leben aus der Öffentlichkeit
 
Das neue Lagebild des Zentralrats der Juden macht deutlich, wie stark Antisemitismus den Alltag jüdischer Menschen seit dem 7. Oktober 2023 verändert hat. Für die Studie wurden 102 jüdische Gemeinden und Landesverbände bundesweit befragt. 68 % der Gemeinden geben an, sich heute unsicherer zu fühlen als zuvor, fast jede zweite Gemeinde berichtet von antisemitischen Vorfällen im vergangenen Jahr. Nur noch 35 % nehmen gesellschaftliche Solidarität wahr; lediglich 13 % der Gemeinden schätzen die Zukunft für jüdisches Leben in Deutschland positiv ein. Viele Gemeinden berichten zudem, dass Mitglieder aus Angst auf das sichtbare Tragen jüdischer Symbole verzichten, Veranstaltungen abgesagt oder Sicherheitsmaßnahmen verstärkt werden mussten. Antisemitische Anfeindungen finden dabei sowohl im öffentlichen Raum als auch online statt.
 
Jetzt lesen   Pfeil
 
 
TAZ
 
Tanzen gegen das Vergessen
 
Zum Abschluss des EVZ Histoday am 8. Mai wurde die Berliner Friedrichstraße zum Ort lebendiger Erinnerungskultur: Beim Liberation Dance tanzten rund 200 Menschen gemeinsam Charleston und Swing zur Erinnerung an die verfolgte Swing- und Jazz-Jugend im Nationalsozialismus.
Im Interview mit der taz erklärt Maria Wilke von der Stiftung EVZ, dass die Swing-Jugend mit Musik, Tanz und Kleidungsstil bewusst Widerstand gegen die nationalsozialistische Gleichschaltung leistete. Gerade die offene Begeisterung für eine Musikkultur mit afroamerikanischen Wurzeln galt den Nationalsozialisten als Provokation. Der Liberation Dance setzte damit ein sichtbares Zeichen für demokratischen Zusammenhalt heute.
 
Jetzt lesen   Pfeil
 
 
Deutsche Welle
 
Im Nationalsozialismus war Jazz ein Akt des Widerstands
 
Der Liberation Dance beim EVZ Histoday am 8. Mai erinnerte an die verfolgte Swing- und Jazz-Jugend im Nationalsozialismus. Während die Nationalsozialisten Jazz als „entartete Musik“ diffamierten und verboten, wurde Swing für viele junge Menschen zum Ausdruck von Freiheit und Individualität.
„Totalitäre Regime haben Kunstformen wie Swing und Jazz immer unterdrückt, weil sie für Individualität stehen“, sagt die Historikerin und professionelle Swing-Tänzerin Natalie Reinsch. Einige wurden überwacht, verhaftet oder in Konzentrationslager gebracht. Das gemeinsame Singen von Swing-Liedern galt als mutiger und lebensgefährlicher Akt des Widerstands.
 
Jetzt lesen   Pfeil
 
 
Der spiegel bei youtube
 
„War Opa ein Nazi?“ – SPIEGEL-Talk über Erinnerungskultur und Familiengeschichte
 
Wie sprechen wir heute über die NS-Vergangenheit in den eigenen Familien? Darüber diskutieren Historiker Götz Aly, Autorin und Content Creatorin Susanne Siegert sowie Journalistin Hadija Haruna-Oelker im „Spitzengespräch“. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach familiären Verstrickungen, gesellschaftlicher Verantwortung und dem Umgang mit Erinnerung zwischen ehrlicher Auseinandersetzung und symbolischem „Gedächtnistheater“.
 
Jetzt anschauen   Pfeil
 
 
 
Termine
7. JUNI, DÜSSELDORF
 
Ilan Fiorentino Cup 2026: Fußball, Gespräche und israelische Live-Musik
 
Die Stiftung EVZ unterstützt die Teilnahme der israelischen Delegation „Vatikim“ am Ilan Fiorentino Memorial Tournament 2026 in Düsseldorf. Die Spieler stammen aus der Region Sha’ar HaNegev im Süden Israels und gehören zu Gemeinden, die unmittelbar von den Terrorangriffen der Hamas am 7. Oktober 2023 betroffen waren. Viele von ihnen haben Angehörige, Freund:innen oder Nachbar:innen verloren und nutzen den Fußball heute als Raum für Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und den Umgang mit traumatischen Erfahrungen. Das Turnier erinnert an Ilan Fiorentino, der am 7. Oktober bei der Rettung eines Kindes getötet wurde. Neben dem sportlichen Austausch sind Dialogveranstaltungen, Bildungsangebote und Begegnungen mit der jüdischen Community in Nordrhein-Westfalen geplant.
 
Jetzt anmelden   Pfeil
 
 
12. JUNI, BÖHLEN UND BIRKENWERDER
 
Zwei neue Gedenkzeichen zu lokaler NS-Geschichte an Bahnhöfen
 
Am 12. Juni werden im Rahmen des BKM-geförderten Programms MemoRails zwei neue Erinnerungsorte zur NS-Geschichte eingeweiht. In Böhlen enthüllen GERÄUSCHKULISSE e. V. und TELESKOP eine Gedenktafel zur Erinnerung an die tausenden NS-Zwangsarbeiter:innen im Industriekomplex Böhlen-Espenhain am Bahnhof Böhlen. In Birkenwerder weiht Schlaglicht e. V. gemeinsam mit Grundschulkindern ein Gedenkzeichen entlang der brandenburgischen Nordbahn ein. Beide Projekte verbinden historisches Lernen mit lokaler Erinnerungskultur und machen Geschichten von NS-Zwangsarbeit, Verfolgung und Ausgrenzung im öffentlichen Raum sichtbar.
 
Weitere Infos und Termine entdecken   Pfeil
 
 
19. UND 20. JUNI, BERLIN
 
Kunst trifft Erinnerung: „Sound in the Silence – Raise your Voice“ in der Gedenkstätte Ravensbrück
 
Was passiert, wenn junge Menschen NS-Geschichte nicht nur lernen, sondern sich künstlerisch mit ihr auseinandersetzen?
Das zeigt das internationale Projekt „Sound in the Silence – Raise your Voice“, gefördert durch das BKM im Programm JUGEND erinnert vor Ort & engagiert, im Juni in Ravensbrück: Ausgangspunkt ist die Biografie von Emmie Arbel, die als Kind die Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen-Belsen überlebte. Bei der Entwicklung der Performance stellen sich Studierende der Freien Universität Berlin und der Hochschule Coburg gemeinsam mit Künstler:innen die Frage, welche Haltung wir heute gegenüber der NS-Vergangenheit einnehmen.
Die Aufführungen finden am 19. Juni um 17 Uhr und am 20. Juni um 11 Uhr statt, der Eintritt ist frei. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch mit den Performer:innen.
 
Mehr erfahren   Pfeil
 
 
24. JUNI, BERLIN
 
Neues Mahnmal in Berlin: Einweihung des Gedenkorts für die im Nationalsozialismus verfolgten Zeugen Jehovas 
 
Wer kennt die Geschichte der Zeugen Jehovas während der NS-Zeit? Sie verweigerten den Hitlergruß, den Kriegsdienst und die Mitgliedschaft in staatlichen Organisationen – und wurden dafür systematisch verfolgt. Fast 14.000 Menschen wurden inhaftiert, mindestens 1.750 verloren ihr Leben. Erst 2023 beschloss der Deutsche Bundestag, ihrer mit einem eigenen Mahnmal zu gedenken. Am 24. Juni 2026 um 11 Uhr ist es so weit: Im Großen Tiergarten wird der Gedenkort in einem einstündigen Festakt eingeweiht. Der Standort am Goldfischteich ist dabei kein Zufall – hier fand 1936 eine Verhaftungsaktion der Gestapo statt.
Begleitend geben Jugendliche im Projekt „Gedächtnis der Namenlosen“, gefördert im Rahmen des Programms JUGEND erinnert vor Ort & engagiert, den Verfolgten ein Gesicht: Sie recherchieren Biografien, sammeln historische Fotos und verorten alles auf einer interaktiven Karte.
 
Mehr erfahren   Pfeil
 
 
NEWSLETTER 07/2026

Unsere nächste Ausgabe erscheint Anfang Juli!

Ausblick
 
Die nächste Ausgabe stellt wieder die Themen und Inhalte der Bildungsagenda NS-Unrecht vor: Termine, Updates und Ergebnisse aus den Projekten.

Alle Ausgaben auf einen Blick   Pfeil
 
 
 

Impressum

Stiftung Erinnerung,
Verantwortung und Zukunft
Friedrichstraße 200
10117 Berlin, Germany
T +49 (30) 25 92 97-0
F +49 (30) 25 92 97-11
Website
 

Verantwortlich i. s. d. P.:
Dr. Andrea Despot und Jakob Meyer

Redaktion:
Sophie Ziegler, Katrin Kowark, Jana Bültge, Meret Aupperle, Selbi Ataeva

Bildnachweise:
ILGA-EUROPE, Stefanie Loos, Anna Schroll, Manuela Clemens, Sigrun Döring, Sebastian Gabsch, Alexander Gaidalym
 
 
 
Folgen Sie uns
 
@evzfoundation
 
instagram facebook youtube linkedin bluesky mastodon
 
@evzyoung
 
instagram tiktok
 
 

Kontakt

Die Redaktion freut sich über Ihre Meinung zum Newsletter und beantwortet gerne Ihre Fragen. Auch bei Problemen helfen wir: newsletter@stiftung-evz.de

Sie erhalten diese E-Mail, weil Sie den Newsletter der Stiftung EVZ bestellt haben. Natürlich können Sie diesen Informationsdienst jederzeit abbestellen. Zum Abbestellen klicken Sie hier.

Wenn Sie den Link nicht anklicken können, senden Sie uns diesen Newsletter mit dem Betreff „abbestellen” an newsletter@stiftung-evz.de zurück.
© Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, 2026 Zum Abbestellen klicken Sie hier.

Stiftung evz-Logo Footer