Neue Ausschreibung für Projekte der historisch-politischen Bildung im Förderprogramm Bildungsagenda NS-Unrecht veröffentlicht. Frist: 01. November 2026
 
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Bildungsagenda NS-Unrecht
 
 
 
Neue Ideen für die Erinnerung: Bildungsagenda NS-Unrecht startet zweite Ausschreibung

Bis 01. November 2026 können Organisationen Projektskizzen für innovative Projekte der außerschulischen historisch-politischen Bildung einreichen.
Für Projekte in den Jahren 2027 bis 2029 stehen, vorbehaltlich der jährlichen Haushaltsgesetzgebung des Bundes, jährlich rund 9 Millionen Euro bereit.

Die Erinnerung an das nationalsozialistische Unrecht steht vor großen Herausforderungen: ohne die Generation der Überlebenden und mit zunehmender zeitlicher Distanz nimmt das Wissen über die NS-Geschichte und den Holocaust ab, zugleich gewinnen Geschichtsrevisionismus und Ideologien der Ungleichwertigkeit an Boden. Umso wichtiger sind neue, wirksame Wege, um Wissen über die NS-Verbrechen und die daraus erwachsende Verantwortung in die Gegenwart zu übersetzen – besonders für jüngere Generationen.

Im Fokus der Förderung stehen Projekte der außerschulischen historisch-politischen Bildung zur Geschichte des Nationalsozialismus und deren zeitgemäßer Vermittlung – etwa durch Workshops, digitale Anwendungen, Ausstellungen, künstlerische oder biografische Zugänge oder die Einbindung von Zeitzeug:innen, ihren Testimonials und Nachkommen. Zielgruppe sind vorrangig junge Menschen bis 35 Jahre in Deutschland. Die Projekte sollen faktenbasiertes historisches Wissen über das NS-Unrecht vermitteln, insbesondere aus Sicht der Opfer- und Verfolgtengruppen, Ursachen und Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen verdeutlichen und historisches Bewusstsein stärken.

Vor der Einreichung von Projektskizzen bietet die Stiftung EVZ Online-Beratungstermine an.
 
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News aus den Projekten

Perlenfinder: Lernen zu NS-„Euthanasie“-Verbrechen

Foto des Monats: Civic Action Summer School in Weimar

Kein Platz für Hass: Neue Tools gegen Hass und Desinformation im Netz

Medientipps

 
 
News
PROJEKTSTART

Gegen Schlussstrich und Wissenslücken zum NS-Unrecht: 51 neue Bildungsprojekte starten

 
Zwischen Juli und Oktober 2026 nehmen 51 neue Projekte der Bildungsagenda NS-Unrecht ihre Arbeit auf – mit einem Gesamtfördervolumen von knapp 18 Millionen Euro.
Die neuen Projekte widmen sich einem breiten Spektrum an Themen und Verfolgtengruppen des Nationalsozialismus – darunter auch bislang wenig sichtbare Schicksale. Gefördert werden sie mit Summen zwischen 150.000 und 500.000 Euro bei einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten.

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TÄTIGKEITSBERICHT 2025

Wirkungsgeschichten: Ausgezeichnete Projekte der Bildungsagenda NS-Unrecht

 
Dass Bildungsarbeit zum NS-Unrecht gesellschaftlich etwas bewegt, zeigen auch Auszeichnungen und Nominierungen, die geförderte Projekte und Partnerorganisationen erhalten. 2025 wurden gleich mehrere Projekte der Bildungsagenda NS-Unrecht für ihre innovative Arbeit gewürdigt.
Das digitale Lernprojekt „Wer ist Walter?“ stand auf der Shortlist des DigAMus Award. Der Dokumentarfilm „Das Ungesagte“ wurde bei den Internationalen Hofer Filmtagen mit dem Granit – Hofer Dokumentarfilmpreis geehrt. Das Bildungsangebot „Informiert, Couragiert, Engagiert!“ zur Antisemitismusprävention in der Arbeitswelt wurde mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel ausgezeichnet.
Ob digital, filmisch oder als Blended Learning: Diese Anerkennungen zeigen, wie vielfältig Bildungsarbeit sein kann und wie engagiert die geförderten Organisationen neue Wege gehen, um Menschen zu erreichen, Wissen zu vermitteln und die Auseinandersetzung mit NS-Unrecht in unserer Gesellschaft im Hier und Heute lebendig zu halten. Wir gratulieren herzlich!

Mehr im Tätigkeitsbericht 2025 der Stiftung EVZ erfahren   Pfeil
 
SCHULKINOWOCHEN IM HERBST

Filmbildung zur Geschichte und Gegenwart von Sinti:ze und Rom:nja

Das Bildungsagenda-Projekt „Neve paramisija | Neue Erzählungen“ der Universität Heidelberg in Kooperation mit Romanity e.V. und VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz rückt Filme mit den Perspektiven der Community in den Mittelpunkt, um Wissen über den NS-Völkermord an den Sinti:ze und Rom:nja und über Antiziganismus in der Gegenwart zu vermitteln.
Die ersten Filmveranstaltungen für Schulklassen finden im November 2026 im Rahmen der SchulKinoWochen Berlin, Baden-Württemberg, Hamburg und Rheinland-Pfalz statt.

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Veranstaltungstipp

EVZ Conversations x Museum für Kommunikation: „Never again and again and again“ – Gefährdet KI die Erinnerung an den Holocaust?

Gefälschte, von künstlicher Intelligenz generierte Bilder des Holocaust überschwemmen zunehmend die sozialen Medien. Selbst für Expert:innen wird es schwieriger, authentische Aufnahmen von manipulierten Inhalten – sogenannten „KI-Slops“ – zu unterscheiden. Die Stiftung EVZ lädt dazu am 22. September zu einem öffentlichen Gespräch ins Museum für Kommunikation in Berlin ein. Gemeinsam mit Podiumsgästen aus Wissenschaft und Praxis wird diskutiert, wie Algorithmen die Verbreitung gefälschter Inhalte maßgeblich mitsteuern, mit welchen Ansätzen die historisch-politische Bildung auf diese Herausforderung reagiert und welche Hoffnungen auf dem neuen EU AI Act – einem umfassenden Regelwerk zur Regulierung des Einsatzes von KI in der EU – liegen.

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NEUE AUSSCHREIBUNG

Erinnerung braucht Orte – und neue Formen

Der Bund stärkt mit der neuen Gedenkstättenkonzeption die Erinnerungskultur in Deutschland und schafft neue Fördermöglichkeiten für den Erhalt historischer Orte, Digitalisierung, historische Vermittlung und innovative Bildungsformate. Gedenkstätten und Erinnerungsorte zur Aufarbeitung der NS-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur in Deutschland sind eingeladen, eine Projektförderung zu beantragen. Weitere Informationen sowie die Antragsformulare sind auf der Website der Stiftung EVZ, welche die Ausschreibung unterstützt, zu finden. 

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Perlenfinder
 

Lernen zu NS-„Euthanasie“-Verbrechen: Drei neue Projekte der Bildungsagenda – drei neue Zugänge

 
Am 01. September erinnern wir an die Verbrechen der NS-„Euthanasie“. Allein im Rahmen der „Aktion T4“ wurden 1940 und 1941 mehr als 70.000 Menschen als „lebensunwert“ stigmatisiert und in den Tötungsanstalten Bernburg, Brandenburg, Grafeneck, Hadamar, Hartheim und Pirna-Sonnenstein ermordet. Insgesamt fielen den NS-„Euthanasie“-Verbrechen europaweit mehr als 300.000 Menschen zum Opfer.
Wie kann heute an diese Verbrechen erinnert und ihre Bedeutung für die Gegenwart vermittelt werden? Drei neue Projekte der Bildungsagenda NS-Unrecht setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte und bieten differenzierte Zugänge:
„Verfolgte Vielfalt – Erinnern für eine inklusive Gesellschaft“ der Volkshochschule Meppen beleuchtet die Mehrfachdiskriminierung von NS-„Euthanasie“-Opfern und möchte junge Menschen für historische und aktuelle Formen von Ausgrenzung und Intersektionalität sensibilisieren.
Das Projekt „MEMOR-I-ALL III – Normal. Anders. Sein.“ aus Wiesbaden möchte über Installationen, Workshops und Multimedia-Formate die Geschichten verfolgter Menschen aufgrund ihrer Behinderung sichtbar machen und das Bewusstsein für heutige Debatten zur Normierung von Behinderung stärken.
Aktion Zivilcourage e. V. verbindet im Projekt „Digitale Gedenkspur Pirna“ Biografien und Orte der NS-„Euthanasie“ mithilfe einer kuratierten Lernkarte, die für Jugendliche zugänglich gemacht werden soll.

Über die Social-Media-Kanäle der Stiftung EVZ über diese und weitere neue Projekte der Bildungsagenda auf dem Laufenden bleiben!
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Foto des Monats
 
 
Civic Action Summer School: 29 Teilnehmer:innen, 15 europäische Länder, 5 Tage
Die Civic Action Summer School in Weimar war eine Woche voller Inspiration, Gemeinschaft und gemeinsamen Lernens! Sie stellte das Engagement junger Menschen in den Mittelpunkt, die mit eigenen Ideen Gesellschaft und Demokratie mitgestalten wollen. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit Herausforderungen und Chancen für junges Engagement und arbeiteten an eigenen Projektideen.
„Während der gesamten Summer School habe ich praktische Einblicke und Anregungen gewonnen, wie man Anliegen und Ideen in Projekte mit bedeutender gesellschaftlicher Wirkung umsetzen kann, und gleichzeitig die Gelegenheit gehabt, über das große Ganze nachzudenken: die Bedeutung von Demokratie, Menschenrechten, zivilgesellschaftlicher Beteiligung und den soziopolitischen Realitäten, die das heutige Europa prägen“, berichtete eine Teilnehmerin.

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Kein Platz für Hass
 
Mit neuen Tools gegen Hass und Desinformation im Netz
42 Prozent der Internetnutzenden in der EU haben 2025 gemäß einer Eurostat-Umfrage Online-Hatespeech wahrgenommen. Auch die Verbreitung von Desinformation nimmt erheblich zu. 
KI befeuert Hass und Desinformation im Netz – kann aber gleichzeitig Organisationen, die sich für demokratische und solidarische Werte einsetzen, im Community Management helfen. Der neue Chatbot ModSupport 2.0 der Amadeu Antonio Stiftung unterstützt Anwender:innen, die zum Beispiel Rat zu Kommentaren unter Posts oder eskalierenden Diskussionen suchen. Die KI-Anwendung analysiert Kommentare und schlägt Antworten beziehungsweise Vorgehensweisen dafür vor. Im Gegensatz zu vielen anderen KI-Tools glänzt der ModSupport 2.0 mit einem hohen Datenschutzniveau. Natürlich kann das Tool nicht bei allen Fragen und Herausforderungen helfen, weshalb es auch Kontakte zu Beratungsorganisationen liefert.
Bei der Entwicklung von Haltung und Strategien gegen geschichtsrevisionistische Hass-Angriffe im digitalen Raum soll ein zukünftiger E-Learning-Kurs helfen. Er wurde im Rahmen des Kooperationsprojektes „Wirksam Widersprechen“ von der Stiftung EVZ und Das NETTZ entwickelt. Der Kurs richtet sich primär an Projektleiter:innen und Kommunikator:innen aus der historischen Bildungsarbeit, die im digitalen Raum aktiv sind oder werden wollen. Voraussichtlich ab diesem Herbst wird der Kurs auf der EVZ Academy – online platform zu finden sein.
 
Zum ModSupport 2.0   Pfeil
 
 
Presseschau
DEUTSCHE WELLE 

Gegen das Vergessen: Mit KI an den Völkermord an Sinti:ze und Rom:nja erinnern

Der Völkermord an Sinti:ze und Rom:nja durch die Nationalsozialisten zählt zu den übersehenen Kapiteln der Erinnerungskultur. Um dem Vergessen entgegenzuwirken, hat Romanity e.V. das im Rahmen der Bildungsagenda geförderte Filmprojekt „Unbroken“ umgesetzt.
Für das Projekt stellten Schauspieler:innen die Verfolgungsgeschichte von Sinti:ze und Rom:nja während des Holocausts dar. Anschließend wurden diese Darstellungen mithilfe künstlicher Intelligenz in Anime-Animationen übertragen. Damit soll die Erinnerung an den Völkermord vor allem für ein jüngeres Publikum greifbar und lebendig gemacht werden.
Über die historische Aufarbeitung hinaus macht das Projekt auf die bis heute fortwirkende Diskriminierung von Sinti:ze und Rom:nja aufmerksam.

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leipziger zeitung

Fotoausstellung zur NS-Verfolgung und Deportation

Über 200.000 Menschen wurden zwischen 1938 und 1945 aus dem Deutschen Reich deportiert. Eine Ausstellung zeigt historische Fotografien, die die systematischen und öffentlichen Verfolgungen und Verschleppungen dokumentieren. Die Ausstellung ist Teil des Forschungsprojekts #LastSeen, das 2021 bis 2022 im Rahmen der Bildungsagenda NS-Unrecht gefördert wurde. Das Projekt sichert, sammelt und erforscht historische Fotografien von Deportationen. Die Bildquellen werfen Fragen auf: Wie konnten öffentliche Verfolgung und Deportation stattfinden? Und wer sah dabei zu?

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NORDDEUTSCHER RUNDFUNK

Swing im Visier des NS-Regimes

Während der NS-Zeit entstand unter Jugendlichen eine Massenbewegung, die sich der offiziellen Jugenderziehung des Regimes entzog und stattdessen den amerikanischen Swing feierte. Das NS-Regime empfand den unangepassten Lebensstil der Swing-Jugend als Provokation. Ab 1941 verschärfte sich ihre Verfolgung zunehmend: Jugendliche wurden inhaftiert, in Konzentrations- und „Arbeitserziehungslagern“ verschleppt oder an die Front eingezogen. 
Das transnationale Bildungsagenda-Projekt NS-Unrecht „Entartete Musik“ widmet sich den Lebensgeschichten verfolgter Swing-Tänzer:innen und Jazzmusiker:innen in Nordwestdeutschland, Tschechien und Polen und macht eine bislang wenig beachtete Form jugendlicher Nonkonformität und Widerständigkeit sichtbar.

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NEWSLETTER 10/2026

Unsere nächste Ausgabe erscheint Anfang Oktober!

Ausblick
 
In der nächsten Ausgabe berichten wir wieder über Updates aus den Projekten, über Termine sowie anstehende Ausschreibungen in Förderprogrammen der Stiftung EVZ.

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Impressum

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Verantwortung und Zukunft
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T +49 (30) 25 92 97-0
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Verantwortlich i. s. d. P.:
Dr. Andrea Despot und Jakob Meyer

Redaktion:
Sophie Ziegler, Katrin Kowark, Jana Bültge,  Sarah Keller, Tessa Demleitner

Bildnachweise:
Stefanie Loos;  Johanna Maria Dietz; Zeitbild-Stiftung; Anna Schroll
 
 
 
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